Biwaktour in den Schweizer Alpen
Bericht über eine Biwaktour in den Schweizer Alpen vom 10.07. bis zum 12.07.2026

Bericht über eine Biwaktour in den Schweizer Alpen vom 10.07. bis zum 12.07.2026
Das letzte Wort hat immer der Berg. Hoch und bedrohlich ragt er auf über dem, der es wagt sich seiner anzunehmen. Seit Menschengedenken und noch viel früher thront er über den Tälern, unergründlich und unverrückbar. Der Berg ist niemandem untertan außer den Launen und Kräften der Natur – Sie allein können über das Schicksal selbst des kühnsten Wanderers entscheiden.

Und so waren wir uns des Gewitterrisikos klar im Bilde, als wir am Freitag, den 10.07.2026 gegen Mittag in einem kleinen DAV-Bus zum Biwakieren in die Schweiz fuhren. In den vergangenen Tagen ha en wir sämtliche Wetterberichte für den Kanton Graubünden studiert und regelmäßig auf Veränderungen hin überprüft . Als die Wahrscheinlichkeit für ein Gewitter dann von 65% auf nur noch 35% gesunken war, ha en wir nach einer gründlichen Abwägung des Gefahrenpotential als beschlossen, der Präzision der Prognosen und der Güte des Berges zu vertrauen. Unmittelbar nach unserer Ankunft und dem Antreten der ersten Wanderung wurden wir – eine siebenköpfige Gruppe naturliebender, abenteuerlustiger, schwer bepackter Bergfexe – mit einem atemberaubenden Farbenspektakel belohnt: Die Sonne ging gerade unter. Sich langsam gen Horizont neigend, tauchte sie Wiesen, Hänge und die Passstraße unter uns in ein Lichtermeer aus Orange-, Rot- und Goldnuancen. Noch bevor sie hinter den westlichen Bergkuppen verschwand, hatte sie alle Befürchtungen eines bevorstehenden Gewitters mit ihrer Schönheit zunichte gemacht. Diese Zuversicht blieb uns auf dem restlichen Weg bis zu unserer eigens ernannten Schlafstelle nahe einem kleinen See erhalten. Erst, als wir unser bescheidenes Lager aus Biwak- und Schlafsäcken aufgeschlagen und uns in der wohligen Wärme darunter verkrochen haben, wandelte sich die Stimmung am Himmel allmählich.

Mit Einbruch der Nacht rückten dunklere Wolken heran, krochen über die Bergrücken und lauerten unheilverkündend in der Ferne. Doch ganz gemäß unseren Wetterstudien befanden wir uns in sicherem Abstand zum Geschehen. So durften wir völlig gefahrlos Blitze aus der Ferne beobachten und dem Widerhall des Donnerns in weit en ernten Schluchten lauschen. Den nächsten Morgen läuteten wir mit einer ordentliche Portion Porridge zum Frühstück ein. Gestärkt und voll neuer Energie brachen wir dann wieder auf und setzten unsere Tour fort. An diesem selben Tag erreichten wir eine Anhöhe mit malerischer Aussicht aufs Tal, marschierten an den letzten verbliebenen Schneemassen vorbei zu einer Reihe von Gebirgsseen, machten dort Rast und setzten uns beim Kneipen eisig kaltem Gletscherwasser aus.

Durch die strahlend türkise Schönheit der Seen war es ein Leichtes, deren schleichendes Austrocknen und das traurige Dahinschmelzen der Gletscher unter dem Hitzemantel des Klimawandels einfach zu übersehen. Unverkennbar zeigte sich uns das Fortschreiten der Klimakrise in dieser Region wenig später, als wir karge graue Geröllfelder überquerten, wo einst Gletscher waren.

Bei unserem zweiten Schlafplatz angekommen, lockerten wir unsere beanspruchten Glieder und Muskeln durch eine Yoga-Einheit in freier Natur. Schließlich wurde ein weiterer gelungener Tag mit gemeinsamem Kochen und gemütlichem Beisammensein abgerundet. Als wir uns am dritten und letzten Tag im warmen Licht der aufgehenden Sonne noch einmal zu einer kurzen Reflexion des Erlebten zusammenfanden, waren wir uns alle einig: Auf dieser Biwaktour haben wir nicht nur neue Erkenntnisse und Eindrücke gesammelt, sondern waren auch als Gruppe zusammengewachsen. Gemeinsam kann man schaffen, was zunächst nur schwer machbar scheint. Ob man nun schweres Gepäck untereinander aufeilt, Wasser filtert, sich bei zähen Steigungen gegenseitig motiviert oder den DAV-Bus meisterhaft aus einem undankbaren Parkgelage manövriert – Es braucht nur Aufmerksamkeit füreinander. Und wo lässt sich dieses hohe Gut besser lernen als fernab vom stressigen Alltag, in den Bergen?
Text: Hanna Fellner
Fotos: Lukas Meitz
Deutscher Alpenverein
Sektion Pfaffenhofen-Asch e.V.
Geschäftsstelle
Ingolstädter Straße 68
85276 Pfaffenhofen a.d. Ilm
Telefon: 08441 7894953
geschaeftsstelle@dav-pfaffenhofen-asch.de
Geschäftszeiten
Montag, 19.30 Uhr - 22:00 Uhr
Kletterhalle Pfaffenhofen:
08441 - 4007484